Additivbetreuung
(auf Grundlage §2 StmkKJHG DVO)
Additivbetreuung unterstützt die pädagogische, psychosoziale Arbeit in stationären Unterbringungen als Ergänzungsmaßnahme im Einzelsetting.
Ziele
Das Ziel der pädagogischen Arbeit ist die Herstellung bzw. Wiederherstellung möglichst optimaler Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche auf psychischer, sozialer und somatischer Ebene.
Besserung von psychischen und sozialen Entwicklungsstörungen durch eine individuelle Betreuung im Einzelsetting
Erreichung altersentsprechender und -üblicher Entwicklungsetappen
Stabilisierung des Erziehungserfolgs während einer stationären Unterbringung
Erweiterung der individuellen sozialen Handlungsfähigkeit, Selbstständigkeit sowie die Befähigung, die Freizeit selbst sinnvoll zu
gestalten
Erweiterung der Kompetenzen zur Alltags- und Lebensbewältigung (als wesentliches Ziel einer lebensweltorientierten Betreuung per se)
Grundsätze der pädagogischen Betreuungsarbeit
Die pädagogische Betreuungsarbeit soll insbesondere Folgendes fördern:
Befähigung zum Aufbau von tragfähigen zwischenmenschlichen Beziehungen
Fördern der Selbstkontrolle
Besserung von körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen
Förderung, Ausbau und/oder Stabilisierung im sozialen, psychischen und persönlichen Lebens- und Leistungsbereich
Hinführung des/der Klienten/Klientin zu neuen Lebensräumen
Erreichung eines altersentsprechenden Sozialisationsgrades
Entwickeln eines individuellen Verständnis- und Handlungsmusters
Fördern von Selbstständigkeit
Erwerb lebenspraktischer Fertigkeiten und sinnvoller Freizeitgestaltung
Aktivieren von familieneigenen Ressourcen/außerfamiliären Ressourcen
Planung, Realisierung und Sicherung der schulischen Integration bzw. des Erfolgs/der Berufsausbildung durch Kontakt zur Schule
oder der Ausbildungsstätte
Bewältigung persönlicher Krisen
Hinführen zum sozialverantwortlichen Umgang mit Konflikten und Rechtsnormen
Die Unterbringung Minderjähriger stellt einen massiven Eingriff in die Lebenswelt eines Kindes/Jugendlichen dar. Das Zusammenleben mit Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftssystemen ist für die Betreuer/innen einer WG äußerst herausfordernd und die Bedürfnisse der Minderjährigen stark unterschiedlich.
Über ein „Beziehungsangebot“ im Einzelsetting bietet der/die Additiv-Betreuer/in die Möglichkeit, den jungen Menschen bei seiner Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten und zu unterstützen, seine individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse zu fördern sowie die Beziehungen zu den Eltern/Erziehungsberechtigten zu klären. Auf Grund der unterschiedlichen Bedürfnislage der Kinder und Jugendlichen muss die Additivbetreuung individuell gestaltet werden und stellt somit eine Ergänzung der Unterbringung dar. Das Ziel der pädagogischen Arbeit ist die Herstellung bzw. Wiederherstellung möglichst optimaler Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche auf psychischer, sozialer und somatischer Ebene.
