Individualbetreuung „HELP!“

(auf Grundlage §2 StmkKJHG DVO)

HELP! ist eine intensivpädagogische Form der mittel- bis langfristigen Betreuung für Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund ihrer aktuellen individuellen Situation die Rahmen jeglicher Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sprengen. Die Zielgruppe sind folglich junge Menschen ab 16 Jahren (in Ausnahmefällen ab 15 Jahren) inklusive Wohnversorgung.

Bis zum Alter von 14 Jahren ist die aufsuchende Individualbetreuung HELP! in einer stationären Unterbringung oder bei den Eltern möglich.

HELP! begleitet und unterstützt bedingungslos bei sämtlichen Fragen des täglichen Lebens (Wohnungs- und Arbeitssuche, Unterstützung bei Behörden, Besuche in Haft bzw. Unterstützung während/nach der Haftentlassung, uvm.)

Hilfegestaltung und mögliche Interventionen

HELP! bietet:

  • Wohnversorgung
  • Intensivbetreuung im Einzelsetting

  • Erreichbarkeit 24/7 (umgehende Krisenintervention)

  • Angebot einer konstanten/stabilen Beziehung zu EINER Person

  • Niederschwellige Begleitung bei Substanzkonsum

  • Organisation/Begleitung zu sämtlichen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen

  • Erlernen/Trainieren/Festigen von Kompetenzen

  • Organisation/Begleitung/Anleitung mit dem Ziel eigenverantwortlichen Handelns (AMS, Besuche bei Psycholog*innen,

    Vermieter*innen, Gerichtsterminen, Bewährungshilfe, Arztbesuche, etc.)

  • Unterstützung beim Finden sinnvoller Freizeitgestaltung

  • uvm.

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Grundsätze pädagogischer Betreuungsarbeit

Der Grundsatz der pädagogischen Betreuungsarbeit ist ein verstehender Zugang zu den lebenspraktischen Bedürfnissen und Krisen der Jugendlichen. Weitere Grundsätze sind:

  • Anwendung primärer Prävention wie Aufklärung, Anleitung, Beratung ebenso wie sekundärer Prävention und der Verringerung der (latenten) Bereitschaft destruktiven Verhaltens werden verstärkt eingesetzt.

  • Anwendung der Grundsätze nach Jesper Juul, wonach der Ausschluss aus der Gesellschaft Täter und Opfer methodisch gleichermaßen begleitet.

  • Verfahren der Harm-Reduction, welcher eine Verringerung der Verschlimmerung zu Grunde liegt.

    • Dabei werden keinesfalls medizinisch-therapeutische Ansätze verfolgt, sondern der Fokus liegt auf einer niederschwelligen Begleitung, welche nicht bewertet oder zensiert.

    • Methodisch werden Ressourcen der Klient*innen gemeinsam erarbeitet, vertieft und stabilisiert.

    • Potentiale, Stärken, Kompetenzen und Fähigkeiten werden einbezogen, aufgezeigt und genützt, dabei ist eine Begleitung zu relevanten Einrichtungen selbstverständlich.

  • Das Anleiten in lebenspraktischen Skills ist begleitende Grundlage und umfasst den Erwerb hauswirtschaftlicher Fähigkeiten ebenso wie den Umgang mit finanziellen Ressourcen.

  • Höchste Zielsetzung ist die Befähigung zu einem gesellschaftskonformen Lebensstil unter Wahrung der Individualität.

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